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Multiples Myelom

Das Multiple Myelom ist insgesamt eine seltene Krebserkrankung, stellt innerhalb der Gruppe der Blutkrebserkrankungen jedoch die zweithäufigste Erkrankungsart dar.

Bei dieser Erkrankung des Knochenmarks kommt es zu einer bösartigen Veränderung von sogenannten Plasmazellen. Plasmazellen stellen bei gesunden Menschen einen wichtigen Teil der Immunabwehr dar, die Antikörper gegen verschiedene Krankheitserreger produzieren können. Beim Multiplem Myelom vermehren sich die krankhaften Plasmazellen unkontrolliert im Knochenmark, was zu Schäden am Knochen, dem Blutbild und der Niere führen kann.

Eine verwandte Erkrankung ist das sogenannte Solitäre Plasmozytom, welches ebenfalls auf bösartig veränderte Plasmazellen zurückgeht. Im Gegensatz zum Multiplem Myelom finden sich die krankhaften Zellen hier jedoch nur an einer einzigen Stelle. Dank großer Fortschritte in Wissenschaft und Forschung gibt es mittlerweile zahlreiche moderne Behandlungsmethoden, die Patientinnen und Patienten mit einem Multiplem Myelom angeboten werden können.

Patientinnen und Patienten mit einem Multiplen Myelom betreuen wir fachkompetent und mit langjähriger Erfahrung in unserem zertifizierten Zentrum für Hämatologische Neoplasien am Robert Bosch Krankenhaus.

Bei den allermeisten Patientinnen und Patienten mit Multiplem Myelom lässt sich keine klare Ursache für diese Krebserkrankung finden. Allerdings geht man mittlerweile davon aus, dass quasi allen Myelomerkrankungen oft über Jahre bestehende, nicht bösartige Veränderungen der Plasmazellen in Form einer sogenannten „monoklonalen Gammopathie unklarer Signifikanz“ (MGUS) vorausgehen.

Die Symptome, die Betroffene mit Multiplem Myelom verspüren können, lassen sich auf die starke Vermehrung der krankhaften Plasmazellen im Knochenmark zurückführen. Häufig kommt es an den Stellen der Plasmazellvermehrung zu Knochenlöchern (Osteolysen) oder Knochenbrüchen und somit zu Knochenschmerzen, insbesondere im Bereich von Rücken, Becken und Rippen. Ebenfalls hat die gesunde Blutbildung zu wenig Platz im Knochenmark, so dass eine Blutarmut (Anämie) und in Folge Beschwerden wie Müdigkeit, Atemnot bei körperlicher Belastung oder eine allgemein verringerte Leistungsfähigkeit auftreten können. Ebenfalls beobachten am Multiplen Myelom Erkrankte oft gehäufte Infektionen. Wie ihre gesunden Vorläufer produzieren auch die krankhaften Plasmazellen Antikörper, jedoch zu viele und zudem funktionslos, welche über die Nieren ausgeschieden werden. Diese erhöhte Eiweißausscheidung macht sich bei manchen Patientinnen und Patienten als schäumender Urin bemerkbar. Ein relevanter Anteil der erkrankten Personen verspürt zum Zeitpunkt der Erstdiagnose keinerlei Symptome.

Untersuchungen bei einem Multiplen Myelom

Wesentliche Diagnostik bei Verdacht auf ein Multiples Myelom sind Blut- und Urinuntersuchungen. Neben der Untersuchung von Blutbild, Blutsalzen und Nierenfunktion werden hier insbesondere Spezialanalysen auf das Vorliegen krankhafter Eiweiße (sogenanntes „Monoklonales Protein“ sowie „Freie Leichtketten“) durchgeführt. Da sich im Gegensatz zu anderen Blutkrebserkrankungen die krankhaften Plasmazellen in den meisten Fällen nicht in großer Zahl frei im Blut finden, ist zudem eine Untersuchung des Knochenmarks per Entnahme aus dem Beckenkamm (Knochenmarkspunktion) von großer Bedeutung. Zur Erfassung möglicher Schädigungen am Knochen wird eine Computertomografie-Untersuchung (CT) des gesamten Skeletts vorgenommen. Gegebenenfalls wird die CT-Untersuchung noch durch eine MRT-Untersuchung zur Darstellung früher Veränderungen ergänzt.

Behandlung bei einem Multiplen Myelom

Die Behandlung des Multiplen Myeloms besteht mittlerweile aus einer Kombination verschiedener moderner Substanzen und ist so auch im hohen Lebensalter noch sicher durchführbar. Zum Einsatz kommen insbesondere zielgerichtete Substanzen wie sogenannte Immunmodulatoren, Proteasominhibitoren und monoklonale Antikörper. Diese Behandlung kann überwiegend ambulant bzw. in unserer Onkologischen Tagesklinik stattfinden.

Bei geeigneten Patient:innen bis zu einem biologischen Alter von circa 70 Jahren ist zudem ein intensiverer Therapiebaustein in Form einer Hochdosis-Chemotherapie mit anschließender autologer Stammzelltransplantation Teil der Erstbehandlung des Multiplen Myeloms. Mit diesen aus verschiedenen Therapiebestandteilen bestehenden (multimodalen) Behandlungskonzepten kann bei der überwiegenden Mehrzahl der Myelomerkrankten eine langjährige krankheitsfreie Zeit (Remission) erzielt werden. Beim Wiederauftreten der Erkrankung, einem Rezidiv, kann eine zweite Hochdosis-Chemotherapie mit nachfolgender autologer Stammzelltransplantation oder eine alternative moderne Kombinationstherapie angezeigt sein. Auch bieten wir unseren Patientinnen und Patienten die Möglichkeit zur Teilnahme an Therapiestudien an.

Ergänzend zur geschilderten Systemtherapie kann bei starken Knochenschmerzen zu deren schnellen Linderung eine örtliche Strahlentherapie eingesetzt werden. Die Bestrahlung kann auch bei schweren Instabilitäten der Knochen durchgeführt werden.

Nachsorge

Regelmäßig zur Nachsorge beim Multiplen Myelom

Um ein Rezidiv frühzeitig zu erkennen, laden wir unsere Patientinnen und Patienten regelmäßig zu Verlaufsuntersuchungen ein. Wesentlicher Bestandteil hiervon ist insbesondere die Messung der krankhaften Eiweißwerte in Blut und Urin.

Multiples Myelom besser verstehen

Um Ihre Fragen zum Multiplen Myelom und zur Chemotherapie zu beantworten, aber auch Angehörigen und Freunden Tipps zu geben, wie man Krebspatient:innen unterstützen kann, haben wir gemeinsam mit der Strube Stiftung eine Reihe von Videos erstellt.

Hier geht’s zu den Videos


Pflege, Beratung und Unterstützung bei einem Multiplen Myelom

Psychoonkologie: Hilfe für Krebskranke und Angehörige

Die Diagnose Krebs stellt einen tiefen Einschnitt in das Leben dar. Der Psychoonkologische Dienst bietet Betroffenen in der Zeit von Diagnose und Behandlung im Robert Bosch Krankenhaus individuelle Unterstützung an.

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Seelsorge: Zuhören, Unterstützen, Begleiten

Eine Krebserkrankung ist für die Betroffenen und ihre Angehörigen sehr belastend und mit vielen Ängsten und Sorgen verbunden. Die Krankenhausseelsorge steht Ihnen unabhängig von Glaube und Konfession zur Seite.

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LINA – ein Beratungsangebot

Jungen Erwachsenen mit der Diagnose Krebs bieten wir mit dem Beratungsangebot Hilfe bei sozialrechtlichen Themen wie Krankengeld oder Haushaltshilfe sowie emotionale Unterstützung.

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Naturheilkunde und Integrative Medizin

Das Robert Bosch Krankenhaus verfolgt den Ansatz der Integrativen Onkologie, die konventionelle Medizin, wissenschaftlich geprüfte Naturheilkunde und Mind-Body-Medizin kombiniert. Nebenwirkungen der Krebstherapie können mit naturheilkundlichen Behandlungen abgemildert werden.

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Zentrum für Hämatologische Neoplasien

Unser interdisziplinäres Zentrum bündelt das Know-how unterschiedlicher medizinischer Experten – für eine optimale Versorgung unserer Patienten mit einem Multiplen Myelom.

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Sprechstunde

Montag – Freitag
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Terminvereinbarung unter
Telefon 0711 8101-2001
ccc-ambulanz@rbk.de